Glossar

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A


Atomausstieg

Siehe Ausstieg aus der Kernenergie


Auslastungsgrad

Der Auslastungsgrad gibt an, welcher Anteil der verfügbaren Sitzplätze in einem Auto, Bus, Flugzeug oder Zug belegt sind. Beim Auto beträgt er gemäss Mikrozensus Mobilität und Verkehr 2010 durchschnittlich 1,6 Personen (Pendlerfahrten 1,1, Freizeitfahrten 2). Bei Zug und Flugzeug wechseln sich tägliche Spitzenstunden mit hoher Auslastung ab mit schwach ausgelasteten Randstunden.


Ausstieg aus der Kernenergie

In der Schweiz sollen die bestehenden fünf Kernkraftwerke am Ende ihrer sicherheitstechnischen Betriebsdauer stillgelegt und nicht durch neue Kernkraftwerke ersetzt werden. In anderen Ländern wird unter Ausstieg aus der Kernenergie auch die vorzeitige Stilllegung vor Ende der sicherheitstechnischen Betriebsdauer verstanden. Mehrere Länder (z.B. Japan, Deutschland, Schweiz) haben das Ziel des Ausstiegs, andere Länder (Südkorea, Finnland, Vereinigtes Königreich, China und Indien) setzen auf einen Ausbau der Kernenergie.


Autoimporteure

Autoimporteure, die mehr als 50 neue Personenwagen pro Jahr einführen, müssen im Durchschnitt über alle importierten neuen Autos die Emissionsvorschriften erfüllen. Wenn die CO2-Emissionen pro Kilometer den Zielwert überschreiten, muss der Importeur eine Sanktion bezahlen. Kleinimporteure (weniger als 50 Zulassungen pro Jahr) und Privatpersonen, die ihren Neuwagen direkt importieren, bezahlen im Prinzip bei jedem einzelnen Auto eine Sanktion, falls die CO2-Emissionen oberhalb des Zielwerts liegen. Es gibt aber mehrere Privatanbieter, welche Kleinimporteure zu virtuellen Pools zusammenschliessen und so die Sanktionszahlungen reduzieren.


B


BAFU

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Department UVEK (Umwelt, Verkehr, Energie, Kommunikation; Vorsteherin BR Doris Leuthard) nimmt vielfältige Aufgaben im Bereich Umwelt, Nachhaltigkeit und Biodiversität wahr. Im Bereich der Energie ist die Zuständigkeit des BAFU für die Klimapolitik (CO2-Gesetz) relevant.


Batterie

Eine Batterie ist ein elektrochemischer Stromspeicher. Die gespeicherte chemische Energie wird durch eine elektrochemische Redoxreaktion in elektrische Energie umgewandelt. Eigentlich ist eine Batterie nicht wiederaufladbar; wiederaufladbare Stromspeicher werden als Akkumulatoren bezeichnet. Allerdings setzt sich in den letzten Jahren der Begriff Batterie auch für Akkumulatoren durch.


Benzinäquivalente

Historisch werden Benzin- und Dieselverbrauch in Litern angegeben. Jedoch hat Diesel eine höhere Dichte, deshalb ist in einem Liter Diesel deutlich mehr Energie (und auch mehr CO2-Emissionen) enthalten als in einem Liter Benzin. Um die Vergleichbarkeit für den Konsumenten zu erhöhen, werden deshalb auf der Energieetikette für Neuwagen des BFE die Treibstoffverbräuche von Diesel-, Erdgas- und Elektro-Autos zusätzlich auch in Benzinäquivalente umgerechnet. 1 Liter Diesel entspricht zum Beispiel 1,12 Liter Benzinäquivalent.


Bevölkerungsszenarien

Die Bevölkerungsszenarien des BFS zeigen die mögliche Entwicklung der Bevölkerung der Schweiz in einem niedrigen, mittleren und einem hohen Szenario auf. Die Bevölkerungsszenarien sind ein wichtiger Bestandteil der Energieperspektiven und damit der Energiestrategie 2050.


BFE

Das Bundesamt für Energie (BFE) im Department UVEK (Umwelt, Verkehr, Energie, Kommunikation; Vorsteherin BR Doris Leuthard) ist für die meisten Aspekte der Energiestrategie 2050 zuständig und hatte die Federführung bei der Ausarbeitung des ersten Massnahmenpakets.


BFS

Das Bundesamt für Statistik (BFS) gehört zum Eidgenössischen Departement des Innern (EDI; Vorsteher Alain Berset). Es sammelt und veröffentlicht die wichtigsten statistischen Informationen zum Zustand und zur Entwicklung von Bevölkerung, Wirtschaft, Gesellschaft, Raum, Energie und Umwelt. Unter anderem ist es für die Bevölkerungsszenarien zuständig.


Biodiesel

Biodiesel ist ein aus verschiedenen Quellen hergestellter, genau gleich wie Diesel einsetzbarer Biotreibstoff. Mögliche Quellen sind Raps (Raps-Methyl-Ester, RME), organische Abfälle, alte Speiseöle sowie auch Schlachtabfälle. Es werden verschiedene Mischungen aus herkömmlichem Diesel und Biodiesel angeboten: B10 (10% Biodiesel), B50 sowie B100 (100% Biodiesel), in der Regel mineralölsteuerbefreit.


Bioethanol

siehe E85


Biomasse

Unterschieden werden holzartige, trockene Biomasse und wenig verholzte, nasse Biomasse. Bei der energetischen Nutzung wird trockene Biomasse tendenziell verbrannt, feuchte Biomasse eher vergärt.


Biotreibstoffe

Biotreibstoffe (E85, Biodiesel) sind in der Schweiz seit 2008 von der Mineralölsteuer befreit. Für die Befreiung muss jedoch nachgewiesen werden, dass soziale Mindestanforderungen und eine positive Ökobilanz eingehalten sind. Die Treibstoff-Ökobilanzverordnung des UVEK beschreibt das Verfahren für den Nachweis der positiven ökologischen Gesamtbilanz.


Black Swans

Als «Black Swans» werden seltene und höchst unwahrscheinliche Ereignisse bezeichnet, die kaum vorhersehbar sind, aber gravierende Auswirkungen haben. Nassim Nicholas Taleb hat den Begriff in seinem Buch «Der Schwarze Schwan – Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse» (2008) geprägt.


Brennstoffzelle

In einer Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) zu Wasser (H2O). Dabei entsteht Strom sowie Abwärme. Brennstoffzellen sind sehr langlebig und werden deshalb auch in Satelliten eingesetzt. Sie können hohe Wirkungsgrade über 60 Prozent erreichen, bei den in Fahrzeugen geläufigen Protonenaustauschmembran-Brennstoffzellen eher 40 Prozent. Einen Teil des Stroms benötigt die Brennstoffzelle selber, u.a. für die Kühlung. Da Brennstoffzellen nicht innerhalb von Sekunden ihre abgegebene Stromleistung verdoppeln können, wird als Zwischenspeicher eine Batterie eingesetzt.


C


Carbon-Capture-and-Sequestration (CCS)

Als Carbon-Capture-and-Sequestration (CCS) bezeichnet man das Auffangen und Einlagern von CO2. Dazu wird CO2 zum Beispiel chemisch umgewandelt oder als Gas in ehemaligen Erdgaslagerstätten eingepresst. Am einfachsten lässt sich CO2 dort abfangen, wo es in hohen Konzentrationen vorkommt, z.B. bei der Verbrennung von Kohle oder bei der Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas.


Club of Rome

Nach einer Römer Konferenz zu Zukunftsfragen der Menschheit gründeten mehrere Wissenschafter 1968 den Club of Rome. Mit der 1972 veröffentlichten Studie «Die Grenzen des Wachstums» erlangte der Club of Rome grosse weltweite Beachtung. Die Organisation verlegte 2008 ihren Sitz von Hamburg nach Winterthur.


CO2

Kohlenstoffdioxid, meist verkürzt Kohlendioxid genannt (chemische Formel: CO2), entsteht bei der Oxidation aller Arten von Kohlenwasserstoffen. Tiere und Menschen emittieren CO2 über die Atmung, und auch bei der Verbrennung fossiler Energie entsteht CO2. In der Atmosphäre macht es aber nur 0,04 Prozent aus (Stickstoff 78 Prozent, Sauerstoff 21 Prozent, Argon 0,9 Prozent), weil es in einem Zyklus ständig emittiert und wieder aufgenommen wird: Pflanzen beziehen die für ihr Wachstum benötigten Kohlenstoffatome aus CO2 aus der Luft. CO2 ist ein starkes Treibhausgas. Aufgrund menschlicher Aktivitäten nimmt die CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung um 0,4 Prozent pro Jahr zu.


CO2-Abgabe

Die seit 2008 bestehende CO2-Abgabe wird auf Brennstoffe (Heizöl und Erdgas) erhoben, nicht auf Treibstoffe (Benzin, Diesel, Erdgas). Für Treibstoffe ist die Mineralölsteuer zu entrichten. Die CO2-Abgabe ist eine Lenkungsabgabe, zwei Drittel der Erträge werden verbrauchsunabhängig an Bevölkerung und Wirtschaft zurückverteilt. Ein Drittel (maximal 300 Mio. Franken) fliesst in Das Gebäudeprogramm. Weitere 25 Mio. Franken kommen dem Technologiefonds zu. CO2-intensive Unternehmen können sich von der CO2-Abgabe befreien lassen, wenn sie eine Zielvereinbarung zur Emissionsverminderung abschliessen. Insgesamt ca. 50 grosse CO2-intensive Schweizer Unternehmen nehmen am Emissionshandelssystem teil und sind deshalb ebenfalls von der CO2-Abgabe befreit. Die CO2-Abgabe ist mehrmals erhöht worden, sie beträgt seit 2014 60 Franken pro Tonne CO2.


CO2-Gesetz

Gestützt auf Art. 74 (Umweltschutz) und Art. 89 (Energieartikel) der Bundesverfassung ist das CO2-Gesetz die Basis für die schweizerische Klimapolitik. Das Ziel ist, die Treibhausgasemissionen im Inland zu senken. Damit soll ein Beitrag geleistet werden, den globalen Temperaturanstieg auf weniger als 2 Grad Celsius zu beschränken. Das CO2-Gesetz fokussiert auf die CO2-Emissionen, die auf die energetische Nutzung fossiler Energieträger (Brenn- und Treibstoffe) zurückzuführen sind. Die wichtigsten Instrumente sind die CO2-Abgabe, die Kompensationspflicht, das Emissionshandelssystem, die Emissionsvorschriften sowie die Zielvereinbarungen.


Cyberattacke

Ein gezielter Angriff auf grössere, für eine spezifische Infrastruktur wichtige Computernetzwerke von aussen (durch einen einzelnen Hacker, eine Institution oder Gruppe von Hackern) zum Zweck der Sabotage oder Informationsgewinnung.


E


E85

Benzinmotoren können auch mit Benzin-Ethanol-Gemischen betrieben werden. Die DIN-EN-228-Norm liess bereits Benzin mit einer Beimischung von 5 Volumenprozent Ethanol zu (E5). Zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie haben alle EU-Mitgliedstaaten den zulässigen Anteil Ethanol auf 10 Prozent erhöht (E10). Über 99 Prozent der heutigen Benzinmotoren können ohne Anpassungen damit betrieben werden. Im Zweifelsfall sollten die Herstellerinformationen beachtet werden – vor allem bei über 10 Jahre alten Modellen. In Deutschland bieten bereits sehr viele Tankstellen E10 an. Die höchste Beimischung beträgt 85 Prozent (E85) und wird Bioethanol genannt. Es bedingt leichte Modifikationen sowie ein angepasstes Motorenmanagement. In der Schweiz profitiert E85 von der Steuerbefreiung für Biotreibstoffe.


EFV

Die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) im Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD; Vorsteherin BR Widmer-Schlumpf) hat die Federführung beim zweiten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050.


EHS

Das Schweizer Emissionshandelssystem (EHS) ist ein im CO2-Gesetz verankertes marktbasiertes Instrument zur Reduktion der Treibhausgasemissionen mit möglichst geringen volkswirtschaftlichen Kosten. Grosse treibhausgasintensive Unternehmen nehmen obligatorisch am Emissionshandel teil, mittlere Unternehmen können sich freiwillig anschliessen. Die im EHS erfassten Unternehmen sind von der CO2-Abgabe befreit. Das EHS ist das schweizerische Analogon zum ETS und soll mit diesem in den nächsten Jahren verknüpft werden.


Emissionshandelssystem

siehe EHS und ETS


Emissionsvorschriften

Seit dem 1. Juli 2012 gelten in der Schweiz analog zur EU CO2-Emissionsvorschriften für neue Personenwagen. Die Schweizer Importeure sind verpflichtet, die Emissionen der erstmals zum Verkehr in der Schweiz zugelassenen Personenwagen bis 2015 im Durchschnitt auf 130 Gramm CO2 pro Kilometer zu senken. Andernfalls wird eine Sanktionsabgabe fällig. Bis Ende 2014 galt eine schrittweise Einführung der Zielwerte: So mussten bei den Grossimporteuren nur 80 Prozent der Neuwagenflotte die Vorgabe erfüllen. Ab 2015 wird die gesamte Flotte die Zielvorgaben erfüllen müssen.


Emissionszertifikate

Emissionszertifikate bilden die Grundlage eines Emissionshandelssystem wie dem ETS in Europa und dem EHS in der Schweiz. Ein Emissionszertifikat steht damit für die Berechtigung eines Unternehmens, eine bestimmte Belastung der Umwelt zu verursachen.


Endenergie

Die Energie, die den Konsumenten geliefert wird. Abgezogen sind die im Vorfeld entstehenden Umwandlungs- und Übertragungsverluste.


EnDK

In der Konferenz Kantonaler Energiedirektoren (EnDK) haben sich die 26 Mitglieder der Kantonsregierungen zusammengeschlossen, die für den Bereich «Energie» zuständig sind. Damit soll die Zusammenarbeit der Kantone in Energiefragen gefördert und koordiniert werden.


Energetische Abfallverwertung

Die energetische Abfallverwertung bezeichnet Abfallentsorgungswege, welche die im Abfall enthaltene Energie für die Produktion von Strom, Wärme oder Brennstoffen nutzen. Dies beinhaltet beispielsweise die Verbrennung von Abfällen in Kehrichtverbrennungsanlagen mit Nutzung der heissen Verbrennungsgase zur Strom- und Wärmeproduktion, die Nutzung von Abfällen als Brennstoff in der Zementindustrie (z.B. Kunststoffe, Altholz) und die Vergärung von organischen Abfällen zur Biogasproduktion.


Energetische Gebäudesanierung

Eine energetische Gebäudesanierung verbessert den energetischen Zustand eines Gebäudes. Mit dem Begriff werden üblicherweise Massnahmen an der Gebäudehülle bezeichnet, die den Wärmeverlust durch zum Beispiel Wände oder Fenster reduzieren. Eine energetische Sanierung ist abzugrenzen von Instandhaltungen, sogenannten «Pinselsanierungen». Neben den Massnahmen an der Gebäudehülle kann auch der Ersatz der Heizung den energetischen Zustand eines Gebäudes stark verbessern.


Energie

Energie wird definiert als die «Fähigkeit, Arbeit zu verrichten» – wobei Bewegung, Wärme und Licht als «Arbeit» gelten. Zum Beispiel kann man den Energieträger Holz in einem Feuer in Wärme umwandeln, Strom in einem Glühdraht in Licht. Gemessen wird Energie in Joule (J) oder Kilowattstunden (kWh).


Energieartikel

Art. 89 der Schweizerischen Bundesverfassung regelt die Zuständigkeit von Bund und Kantonen in der Energiepolitik und ist Basis des Energiegesetzes.


Energiebezugsfläche

Die Energiebezugsfläche eines Gebäudes ist ein Mass für die Geschossflächen, die beheizt oder gekühlt werden.


Energieeffizienz

Eine Energiedienstleistung wie Heizen, Beleuchten oder Transportieren ist dann effizient, wenn ein bestimmter Nutzen mit möglichst geringem Aufwand an Primärenergie erreicht wird.


Energieetikette

Die Energieetikette für Neuwagen muss obligatorisch bei jedem Neuwagen angebracht werden. Sie teilt die Flotte aller angebotenen Neuwagenmodelle in die Kategorien A (sehr effizient) bis G (niedrigste Energieeffizienz) auf und wird jährlich dem technischen Fortschritt angepasst. Auch wird der Verbrauch angeführt und zusätzlich in Benzinäquivalente umgerechnet. Zuständig ist das BFE.


Energiegesetz

Das Energiegesetz auf Basis des Energieartikels der Bundesverfassung soll zu einer ausreichenden, breit gefächerten, sicheren, wirtschaftlichen und umweltverträglichen Energieversorgung beitragen. Es bezweckt insbesondere, dass die Energie sparsam und rationell genutzt wird und dass verstärkt einheimische und erneuerbare Energien genutzt werden.


Energiekonzept, kommunales

Ein kommunales Energiekonzept soll einer Gemeinde als Grundlage der Energie- oder Klimapolitik dienen. Auf kommunaler Ebene fokussieren die Konzepte üblicherweise auf die räumliche Versorgung mit Wärme. Ein kommunales Energiekonzept beschreibt üblicherweise die Ausgangslage und Ziele der Gemeinde und eine Strategie, wie diese Ziele zu erreichen sind. Es zeigt die nötigen Massnahmen und Schritte zur Erfolgskontrolle auf.


Energiemonitoring

Ein Energiemonitoring versucht aufzuzeigen, inwieweit ergriffene Politikmassnahmen zur Umsetzung der Energiewende bereits Wirkung zeigen. Aufgrund verfügbarer statistischer Zeitreihen wird ein Bild über die verschiedenen Aspekte der Energiewende (Erzeugung, Verteilung und Verbrauch von Energie, sowie technische Entwicklung des Gebäude- und Fahrzeugbestands) erstellt. Idealerweise erlaubt ein Energiemonitoring die Beantwortung der Frage «Sind wir auf Kurs?». In Deutschland gibt es viele verschiedene Institutionen, welche je ihr eigenes Energiewende-Monitoring durchführen und veröffentlichen.


Energieperspektiven

Die Energieperspektiven werden unter Federführung des BFE periodisch erarbeitet. Sie sollen die Optionen für die Planung der Energiepolitik aufzeigen, die sich im Spannungsfeld der Ziele des Energieartikels bewegt. Als Grundlage für die Energiestrategie 2050 und des Ausstiegs aus der Kernenergie wurden die Energieperspektiven 2012 aktualisiert. Mögliche Entwicklungen des Energiesystems und deren Auswirkungen werden in den Szenarien Weiter-wie-bisher (WWB), Politische Massnahmen (POM) und Neue Energiepolitik (NEP) aufgezeigt.


Energiespeicher

Energiespeicher sind ein wichtiger Bestandteil künftiger Energiesysteme. Erneuerbare Energie fällt nicht immer dann an, wenn sie benötigt wird. Deshalb ist eine Speicherung notwendig. Die meisten Energieträger lassen sich direkt lagern oder speichern; Strom jedoch lässt sich sehr schlecht speichern. Er muss umgewandelt werden in Druckluft, mechanische (Schwungrad) oder chemische Energie (Batterie). Strom lässt sich auch in andere Energieträger um- und wieder zurückwandeln, dabei treten aber Umwandlungsverluste auf. Energiespeicher werden unterschieden nach kurz- (innerhalb eines Tages), mittel- (typischerweise einige Tage bis zu einer Woche) und saisonale Speicher (im Winter wird mehr Heizenergie benötigt, weshalb Lösungen zur Speicherung erneuerbarer Energie aus den Sommermonaten für den Einsatz im Winter benötigt werden).


Energiestadt

In der Schweiz verbreitete Auszeichnung an Städte und Gemeinden, die eine vorbildliche Energiepolitik verfolgen. Um das Label «Energiestadt» zu erlangen, durchlaufen die Städte und Gemeinden den umfassenden Energiestadtprozess. Auf der Basis eines standardisierten Massnahmenkatalogs soll dies zu einer nachhaltigen Energie-, Verkehrs- und Umweltpolitik führen.


Energiestrategie 2050

Bundesrat und Parlament haben 2011 im Grundsatz den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Um dies umzusetzen und die seit Jahren zu beobachtenden Veränderungen im internationalen Energieumfeld zu berücksichtigen, ist ein schrittweiser Umbau des Schweizer Energiesystems bis ins Jahr 2050 erforderlich. Hierfür hat der Bundesrat die Energiestrategie 2050 erarbeitet. Sie basiert auf den Energieperspektiven und umfasst zwei Etappen. Das erste Massnahmenpaket wurde vom Bundesrat dem Parlament vorgelegt. Es wurde 2014 vom Nationalrat beraten und liegt aktuell (Juni 2015) dem Ständerat vor. Später möchte der Bundesrat das zweite Massnahmenpaket vorlegen.


Energiewende

Als Energiewende kann allgemein der Übergang von einer nicht-nachhaltigen Nutzung fossiler Energieträger sowie der Kernenergie zu einer nachhaltigen Energieversorgung mittels erneuerbarer Energie bezeichnet werden. Der Begriff wird in Deutschland stark verbunden mit dem politischen Projekt, aus der Kernenergie auszusteigen.


Erdöl

Erdöl ist ein fossiler Energieträger. Es wird als Rohöl gefördert und muss raffiniert werden, um Treib- (Benzin, Diesel, Flüssiggas, Kerosin, usw.) und Brennstoffe (Heizöl) zu gewinnen. Je nach Förderregion hat Erdöl eine andere Zusammensetzung. Erdöl ist auch wichtig für die chemische Industrie und zur Herstellung von Kunststoffen, Medikamenten und Kosmetikartikeln. Die Prognosen der Internationalen Energieagentur gehen von einer weiteren Zunahme der heutigen Erdölförderung aus, wobei so genannt unkonventionelle Quellen (Erdöl aus Ölsand, Ölschiefer, usw.) eine zunehmende Rolle spielen. Ob es ein eigentliches Ölfördermaximum gibt, ist Gegenstand der Peak-Oil-Diskussion.


Erdwärmeheizung

Dieses Heizsystem nutzt eine Wärmepumpe, um mit Wärme aus dem Erdreich die benötigte Heizwärme effizient mit Strom bereit zu stellen. Andere Systeme mit Wärmepumpen nutzen die Wärme der Umgebungsluft oder von Grund- oder Oberflächenwasser.


Erneuerbare Energie

Energieträger, die nahezu unerschöpflich sind oder sich schnell erneuern. Dazu gehören Wasserkraft, Sonnenenergie, Umweltwärme, Windenergie und feuchte und trockene Biomasse. Trockene Biomasse ist nicht automatisch vollständig erneuerbar: Brennholz wächst zwar nach, werden Wälder aber übernutzt, nimmt der Baumbestand langfristig ab.


Erstes Massnahmenpaket

Das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 ist zurzeit (2015) in parlamentarischer Beratung. Ziel ist die langfristige Sicherstellung der Energieversorgung vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus der Kernenergie und knapper werdender fossiler Ressourcen. Dazu soll in erster Linie Energie eingespart werden durch konsequente Erschliessung der vorhandenen Potenziale bei der Energieeffizienz. In zweiter Linie soll mehr erneuerbare Energie bereitgestellt werden.


ETS

Der EU-Emissionshandel (European Union Emissions Trading System, EU ETS) ist ein marktbasiertes Instrument der EU-Klimapolitik zur Reduktion der Treibhausgasemissionen mit möglichst geringen volkswirtschaftlichen Kosten. Es existiert seit 2005 und ist Vorreiter eines möglichen globalen Systems. Aktuell umfasst es den Kohlendioxidausstoss von rund 11’000 Anlagen in 31 europäischen Ländern. Es handelt sich um Anlagen der Stromerzeugung sowie aus ausgesuchten Industriesektoren wie z.B. der Zementherstellung. Mit dem ETS sind rund 45 Prozent aller Treibhausgasemissionen der EU abgedeckt.


Exponentielles Wachstum

Nimmt eine Grösse in gleichen Zeitschritten um denselben Faktor zu, ergibt sich im zeitlichen Verlauf eine exponentielle Zunahme. Die Weizenkornlegende ist ein berühmtes Beispiel, um exponentielles Wachstum zu veranschaulichen. Die Forderung, dass eine Wirtschaft jährlich um den gleichen Prozentsatz wachsen soll, ist eine Forderung nach einem exponentiellen Wachstum. Historisch betrachtet gehen die Wachstumsraten in höher entwickelten Gesellschaften zurück.


F


Fördersystem

Im Fördersystem wird versucht, die Energieeffizienz und den Anteil erneuerbarer Energien primär durch Fördermassnahmen zu erhöhen. Die Mittel dazu stammen aus allgemeinen Steuererträgen oder aus Lenkungsabgaben, deren Ertrag teilweise an die Bevölkerung und Wirtschaft zurückerstattet wird wie beim Gebäudeprogramm. In der Schweiz ist geplant, ab 2021 das Fördersystem durch ein Lenkungssystem zu ersetzen.


Fossile Energie

Energieträger, die sich aus Sicht des menschlichen Zeithorizonts nicht erneuern. Sammelbezeichnung für konventionelle (Erdöl, Erdgas, Braunkohle, Steinkohle und Torf) und nicht-konventionelle (Teersande, Schieferöl) fossile Primärenergieträger.


G


Gebäudehülle

Bezeichnet den geschlossenen geometrischen Körper, der durch die einzelnen Bauteile der Gebäudehülle gebildet wird (Wand, Dach, Decke, Boden, Fenster, Türen). Die thermische Gebäudehülle grenzt die beheizten Räume ab vom Aussenklima und von nicht beheizten Räumen.


Gebäude-Lebenszyklus

Herkömmlich werden bei der Erstellung eines Gebäudes vor allem die Kosten und Ressourcenaufwände der Erstellung berücksichtigt. Gebäude unterliegen aber einem Lebenszyklus aus Erstellung, Betrieb/Instandhaltung und Rückbau. Dieser Zyklus wird vor allem bestimmt von der Qualität der eingesetzten Materialien und der Intensität der Nutzung. Integrales Planen und Bauen umfasst daher den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Das Prinzip «from cradle to grave», also von der Wiege zur Bahre, ist international anerkannt zur Betrachtung eines Bauwerks, wenn nicht ausschliesslich der Erstellungsprozess Grundlage für Planungsentscheide ist. Dies hat häufig den Vorteil, dass sich z.B. ein Mehraufwand (Kosten, Materialressourcen) in der Erstellung über eine lange Betriebslaufzeit amortisieren lässt.


Gebäudeprogramm, Das

Das von den Kantonen und dem Bund gemeinsam betriebene Gebäudeprogramm fördert CO2-wirksame Massnahmen wie z.B. energetische Gebäudesanierungen oder der Einsatz erneuerbarer Energien in Gebäuden.


Gebäudetechnik

Die Gebäude- oder Haustechnik fasst die Anlagen zusammen, die dem Heizen, Lüften und Klimatisieren dienen. In einer breiteren Definition gehören auch die Sanitäranlagen, die Elektroversorgung und die Gebäudeautomation zur Gebäudetechnik.


Graue Energie

Die Graue Energie ist die Energiemenge, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produkts oder einer Dienstleistung nötig ist. Der direkte Energiebedarf und die Graue Energie zeichnen zusammen ein realistisches Bild des gesamten Energiebedarfs eines Produkts oder einer Dienstleistung. Auf die gleiche Art kann man die Grauen Emissionen definieren.


Grenzen des Wachstums

«Die Grenzen des Wachstums» (englischer Originaltitel: «The Limits to Growth») ist eine Studie aus dem Jahr 1972 zur Zukunft der Weltwirtschaft. Mit ihr sollten die weltweiten Auswirkungen des individuellen Strebens nach Wohlstand aufgezeigt werden. Die Studie wurde im Auftrag des Club of Rome erstellt und von der Volkswagenstiftung finanziert. Die Zukunft der Weltwirtschaft wurde mit Szenarien aufgezeigt. Dafür wurden für die damalige Zeit neuartige Computersimulationen verwendet. Betrachtet wurden Industrialisierung, Bevölkerungswachstum, Unterernährung, Ausbeutung von Rohstoffreserven und Zerstörung von Lebensraum. Hauptresultat der Studie war, dass konstante Zuwachsraten zu einem exponentiellen Wachstum führen, dieses jedoch nicht langfristig aufrecht erhalten werden kann.


I


Internet der Dinge

Die Vernetzung von Geräten, Systemen und Dienstleistungen mit dem Internet, damit diese Gegenstände selbstständig über das Internet kommunizieren und so verschiedene Aufgaben intelligent erledigen können, wird als Internet der Dinge bezeichnet. Es basiert auf drei Kernelementen: Netzwerk-Kommunikation, Geräte und Sensoren sowie deren eindeutige Identifikation. Mit der neuen Version 6 des Internet-Protokolls werden so viele Internet-Adressen zur Verfügung stehen, dass jedes Gerät und auch jedes Steuerungsprogramm einzeln direkt adressiert werden kann.


K


Kaskadennutzung

Als Kaskadennutzung bzw. Mehrfachnutzung wird die Nutzung eines Abfalls über mehrere Stufen bezeichnet. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass im Abfall enthaltene Rohstoffe so lange wie möglich und sinnvoll im Wirtschaftssystem genutzt werden. Im Regelfall umfasst eine Nutzungskaskade dabei eine einmalige bis mehrmalige stoffliche Nutzung und eine abschließende energetische Nutzung des Abfalls.


KELS

Klima- und Energielenkungssystem. Siehe zweites Massnahmenpaket


KEV

Die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) fördert die Erzeugung von erneuerbarem Strom (erneuerbarer Energie) mit garantierten Abnahmepreisen über einen festgelegten Zeitraum. Diese decken die Differenz zwischen Produktionskosten und Marktpreis. Seit 2014 werden kleine Photovoltaik-Anlagen mit Einmalzahlungen gefördert. Die Mittel für die KEV stammen aus dem Netzzuschlag, den Stromkonsumenten zahlen müssen (ausser wenn sie Zielvereinbarungen abgeschlossen haben).


kWh

Eine Kilowattstunde (kWh) ist eine Energieeinheit. Sie entspricht dem Bezug von 1’000 Watt elektrischer Leistung während einer Stunde. Die Kosten von Strom und Heizwärme werden oft pro Kilowattstunde ausgedrückt. Ein Liter Benzin, zwei Kilo Holz oder ein Kubikmeter Erdgas entsprechen grob gerechnet 10 Kilowattstunden. Mit einer Kilowattstunde kann man 10 Stunden fernsehen, 30 Minuten staubsaugen, mit einem Benzinauto 2 Kilometer oder mit einem Elektroauto 7 Kilometer fahren.


Klimaerwärmung

Der Begriff Klimaerwärmung wird oft für den menschengemachten Klimawandel verwendet. Dieser entsteht durch den Ausstoss von Treibhausgasen, insbesondere von Kohlenstoffdioxid (CO2).


Kompensationspflicht

Im CO2-Gesetz ist festgehalten, dass die Importeure von Treibstoffen (Benzin, Diesel, Erdgas) einen Teil der damit importierten CO2-Emissionen kompensieren müssen, indem sie Emissionsreduktionsprojekte im Inland durchführen. Bis 2020 steigt der zu kompensierende Anteil auf 10 Prozent. Die Stiftung KliK setzt diese Verpflichtung für die meisten Importeure um und tritt in der Schweiz als mit Abstand wichtigste Käuferin von Zertifikaten aus solchen Projekten auf. Kommen die Importeure ihrer Pflicht nicht nach, müssen sie eine Ersatzabgabe von 160 Franken pro Tonne CO2 bezahlen. Das BAFU ist zuständig für dieses Klimaschutzinstrument.


L


Leistung

Energieumsatz (Produktion oder Verbrauch) pro Zeiteinheit, gemessen in Watt (W). Ein Watt ist der Energieumsatz von einem Joule pro Sekunde. Auch die Pferdestärke (PS) ist ein Mass der Leistung: 1 PS entspricht 735 Watt – so viel, wie ein Arbeitspferd einen Tag lang zu leisten vermag (Rennpferde schaffen über 10 PS, aber nur für kurze Zeit).


Lenkungssystem

Im Lenkungssystem werden Abgaben auf Treibhausgase und Energie eingeführt oder erhöht. Die Erträge aus diesen Abgaben werden an die Bevölkerung und Wirtschaft zurückverteilt. Heute existiert bereits die CO2-Abgabe, die auf Brennstoffe, nicht jedoch auf Treibstoffe erhoben wird. Eine Energie-Abgabe existiert heute in der Schweiz nur für fossile Treibstoffe (Mineralölsteuer). Für Strom müsste – neben dem Netzzuschlag zur Finanzierung der heutigen KEV – zuerst eine neue Abgabe eingeführt werden.


Limits to Growth, The

Siehe Grenzen des Wachstums


Low Power Netz

Ein stromsparendes Telekommunikations-Netzwerk, welches die Kommunikation von kleinen Datenmengen zwischen Geräten (z.B. batteriebetriebenen Sensoren) über grössere Distanzen erlaubt, wird Low Power Netz (LPN) oder Low Power Wide Area Netzwerk (LPWAN) genannt. Es dient primär der Maschine-zu-Maschine-Vernetzung und ist somit prädestiniert für das Internet der Dinge.


M


Mentaler Rebound

Wenn ein Rebound-Effekt auftritt, obwohl der Konsument rechnerisch gesehen gar kein Geld eingespart hat, spricht man vom soziopsychologischen oder mentalen Rebound-Effekt. Entweder meint der Konsument, dass er Geld einspart, weil er höhere Investitionskosten nicht oder nur teilweise anrechnet. Oder aus der verbesserten Energieeffizienz eines bestimmten Produkts (z.B. Hybridauto) wird abgeleitet, dass man nun etwas mehr von anderen, ebenfalls energie-intensiven Produkten (z.B. Flugreisen) konsumieren dürfe.


Mineralölsteuer

Die Mineralölsteuer besteht aus der eigentlichen Mineralölsteuer auf Erdöl, anderen Mineralölen, Erdgas und Treibstoffen, sowie einem weiteren Mineralölsteuerzuschlag auf Treibstoffen. Sie beträgt 73,12 Rappen je Liter Benzin (75,87 Rappen je Liter Diesel). Für Heizöl beträgt sie 0,3 Rappen (dafür wird zusätzlich die CO2-Abgabe erhoben). Land- und Forstwirtschaft, Berufsfischerei und öffentliche Transportunternehmen sind von der Mineralölsteuer befreit. Auch für Biotreibstoffe gibt es Steuererleichterungen, sofern ökologische und soziale Mindestanforderungen erfüllt sind. Die Einnahmen 2014 betrugen 5 Mrd. Franken (davon 1,5 Mrd. für die allgemeine Bundeskasse, 3,5 Mrd. zweckgebunden für den Verkehr). Dies entspricht 7,8 Prozent der Bundeseinnahmen.


Minergie

Minergie ist ein Schweizer Verein für Baustandards von Gebäuden. Die durch Minergie angebotenen Label sind in der Schweiz stark verbreitet, um Gebäude mit tiefem Energieverbrauch zu kennzeichnen. Die Labels gibt es für Neubauten und bestehende Gebäude. Neben dem geläufigsten Standard Minergie gibt es weitere Standards, insbesondere Minergie-P (im Grundsatz ein Passivhaus) und Minergie-A (Null- oder Plusenergiehaus).


MuKEn

Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) sind eine gemeinsame Empfehlung der Kantone zu gesetzlichen Massnahmen im Energiebereich. Die Kantone sind gemäss Energieartikel der Bundesverfassung zuständig im Gebäudebereich. Deshalb fokussieren die MuKEn stark auf Massnahmen bei Gebäuden. Die aktuellste Version, die MuKEn 2014, wurde im Januar 2015 von der EnDK verabschiedet. Die MuKEn gelten als Empfehlung. Die Regelungen entfalten nur Wirkung, wenn sie von den einzelnen Kantonen in ihre jeweilige Gesetzgebung überführt werden.


N


Nachhaltige Entwicklung

Der Brundtland Bericht von 1987 liefert eine akzeptierte Definition von nachhaltiger Entwicklung (sustainable development): Eine nachhaltige Entwicklung dient den Bedürfnissen der heutigen Generation, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre Bedürfnisse zu befriedigen.


Netzzuschlag

Alle Stromkonsumenten bezahlen seit 2009 einen Zuschlag pro verbrauchte Kilowattstunde (seit 2015: 1,1 Rappen pro Kilowattstunde) und äufnen so den Netzzuschlagsfonds. Mit diesem Fonds werden neben der KEV auch die Einmalvergütungen für kleine Photovoltaik-Anlagen, die wettbewerblichen Ausschreibungen für Stromeffizienz, die Rückerstattungen an Grossverbraucher, die Risikogarantien für Geothermieprojekte, die Vollzugskosten sowie Gewässersanierungsmassnahmen finanziert. Unternehmen mit hohem Stromverbrauch können sich durch Abschluss einer Zielvereinbarung vom Netzzuschlag befreien lassen.


Neue Energiepolitik (NEP)

Szenario der Energieperspektiven des BFE. Die «Neue Energiepolitik» ist ein Zielszenario und zeigt den Pfad, der mit der Energiestrategie 2050 erreicht werden soll.


Nudging

Ein «Nudge» (englisch für Stups oder Schubs) versucht, ohne Verbote oder zwingende Vorschriften das Verhalten von Menschen zu beeinflussen. Man geht davon aus, dass Konsumenten sich oft nur unvollständig informieren und nicht viel Zeit aufwenden, um neue Alternativen zu prüfen. In der Energiepolitik wird deshalb diskutiert, über «Nudging» das Verhalten zu ändern, ohne dass es zu einer Einschränkung der wählbaren Alternativen kommt. Ein Beispiel: Alle Strombezüger erhalten neu standardmässig Ökostrom. Wer das nicht will, kann auch einen anderen Strommix beziehen, muss sich aber aktiv beim Stromversorger melden.


Nullenergiehaus

Ein Nullenergiehaus hat Anlagen, um am eigenen Standort Energie zu gewinnen. Diese müssen gleich viel Energie erzeugen, wie der Betrieb des Hauses verbraucht. Verlangt wird dabei meist, dass die Energiebilanz über ein Jahr ausgeglichen sein soll. Um ein Nullenergiehaus zu kennzeichnen ist in der Schweiz der Standard Minergie-A verbreitet. Erzeugt ein Haus mehr Energie als es verbraucht, ist es ein Plusenergiehaus.


Nutzenergie

Bei der Umwandlung von Endenergie in Wärme in einer Heizung oder in Licht in einer Lampe entstehen weitere Verluste. Nutzenergie bezeichnet die tatsächlich genutzte Energiemenge. Der Rest geht, meistens als Abwärme, verloren.


P


Passivhaus

Ein Passivhaus weist einen so tiefen Wärmebedarf auf, dass auf ein aktives Heizsystem verzichtet werden kann. Das in der Schweiz verbreitete Label Minergie-P entspricht in Zielen und Standards grundsätzlich einem Passivhaus.


Peak Oil

Die Peak-Oil-Hypothese geht davon aus, dass nicht nur jede einzelne Ölquelle, sondern auch ganze Förderregionen und letztlich die ganze Welt einen zeitlichen Verlauf des Erdöl-Fördervolumens aufweisen, der nach einer Wachstumsphase in eine Phase mit einem Fördermaximum übergeht und dann stetig abnimmt. Sollte das Fördervolumen bei zunehmender Nachfrage abnehmen, würde es zu starken Preiserhöhungen mit entsprechenden wirtschaftlichen Folgen kommen. Das Erreichen eines Fördermaximums ist in den letzten Jahrzehnten schon mehrmals angekündigt worden. Jedoch zeigt sich bis anhin, dass steigende Weltmarktpreise zu mehr Exploration und Ausbau der Förderkapazitäten führen, so dass sich die Produktion der Nachfrage rechtzeitig anpasst.


Photovoltaik

Direkte Umwandlung von Sonnenenergie in Strom mittels Solarzellen. Erhebungen von Potenzialen erneuerbarer Energien weisen die Photovoltaik oft als jene Technologie aus, die das grösste Nutzungspotenzial hat.


Politikmassnahme

Eine Politikmassnahme ist ein politisches Instrument (z. B. Vorschrift, Verbot, Subvention, Steuer, Forschung+Entwicklung, Information), das in einem Nachfragesegment (z.B. Neuwagen, Kühlschränke, Biogasanlagen) eingesetzt wird, um ein Ziel (z.B. der Energiepolitik) zu erreichen. Im ersten Massnahmenpaket sind über 50 einzelne Politikmassnahmen enthalten. Beispiele für Politikmassnahmen sind der Technologiefonds und die Emissionsvorschriften.


Politische Massnahmen (POM)

Szenario der Energieperspektiven des BFE. Es soll die Wirkung eines vom Bundesrat im April 2012 verabschiedeten Massnahmenpakets abbilden. Dieses bildete die Grundlage für das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050.


Potenziale erneuerbarer Energien

Ausmass der Möglichkeit, mit erneuerbaren Quellen Energie zu erzeugen. Wichtige Potenzialbegriffe sind das theoretische Potenzial, das technische Potenzial und das erwartete Potenzial. Das «theoretische Potenzial» beschreibt die theoretische Verfügbarkeit eines Energieträgers in einem bestimmen Gebiet ohne Aussage, ob diese Energiemenge auch genutzt werden kann. Das «technische Potenzial» ist geringer und beschreibt die Energiemenge, die aufgrund der Einschränkungen durch die technischen Möglichkeiten erzeugt werden kann. Das «erwartete Potenzial» berücksichtigt zusätzlich ökonomische, ökologische und soziale Einschränkungen.


Primärenergie

Die gesamte Energie, die in natürlichen, noch nicht verarbeiteten Energieträgern enthalten ist. In der 2000-Watt-Methodik wird auch die Graue Energie dazu gezählt.


R


Raumkonzept Schweiz

Das Raumkonzept Schweiz ist die gemeinsame Strategie von Bund, Kantonen und Gemeinden für eine nachhaltigere Raumentwicklung. Das Thema «Energie» hat dabei eine zentrale Bedeutung. Das Konzept zeigt auf, wie eine bessere Abstimmung von Verkehr, Energie und Raumentwicklung erfolgen kann. Der Energieverbrauch von Siedlungen soll generell reduziert, die erneuerbaren Energien gestärkt und die negativen Auswirkungen der Mobilität auf den Energieverbrauch reduziert werden.


Raumplanung

Mit der Raumplanung soll die räumliche Entwicklung der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Umwelt gezielt beeinflusst werden. Sie umfasst als Oberbegriff die raumrelevanten Planungen aller Staatsebenen (Bund, Kantone, Gemeinden) und Sachgebiete (zum Beispiel Verkehr, Umwelt, etc.). Die Raumplanung soll räumliche Probleme aufzeigen, Interessenskonflikte aufnehmen und einzelne Nutzungsansprüche aufeinander abstimmen und koordinieren.


Rebound-Effekt

Als Rebound-Effekt bezeichnet man eine Energie-Mehrnachfrage, die durch verbesserte Energieeffizienz verursacht wurde. Beim direkten Rebound-Effekt betrifft die Energie-Mehrnachfrage die effizienter gewordene Energiedienstleistung selber (wenn z.B. das Licht nach dem Wechsel auf Energiesparlampen länger eingeschaltet bleibt). Beim indirekten Rebound-Effekt werden eingesparte Energiekosten für andere Güter oder Dienstleistungen ausgegeben, was ebenfalls zusätzliche Energie benötigt. Rebound-Effekte treten vor allem auf, wenn die verbesserte Energieeffizienz zu einer Netto-Einsparung bei den Energiekosten führt, es gibt aber auch den mentalen Rebound.


Recycling

Recycling bezeichnet eine stoffliche Wiederverwertung von Abfällen und umfasst alle Abfallentsorgungswege, durch die Abfälle zu Erzeugnissen, Materialien oder Stoffen entweder für den ursprünglichen Gebrauch oder für andere Zwecke aufbereitet werden. Beim Recycling werden ausgediente Produkte wie PET-Flaschen oder elektronische Geräte am Ende ihrer Lebensdauer so zerkleinert, sortiert und aufbereitet, dass die in den Produkten enthaltenen Rohstoffe wieder zur Herstellung von neuen Produkten verwendet werden können.


S


Sanierungsrate

Die Sanierungsrate wird im Kontext der Energiewende benutzt, um die Anzahl der pro Jahr durchgeführten energetischen Massnahmen an Gebäuden zu quantifizieren. Bei der Sanierungsrate muss zwingend angegeben werden, auf welche Grösse sie sich bezieht, z.B. die Energiebezugsflächen der schweizerischen Gebäude oder die Anzahl energetischer Sanierungen an einzelnen Gebäuden. Auch wenn dies oft vernachlässigt wird, ist die Angabe einer Sanierungsrate nur sinnvoll, wenn gleichzeitig die entsprechende Sanierungstiefe festgelegt wird. Die Sanierungsrate wird üblicherweise für Massnahmen an der Gebäudehülle verwendet. Zentral für die Energiestrategie 2050 ist jedoch auch die Rate der energetischen Massnahmen an der Haustechnik.


Sanierungstiefe

Die Sanierungstiefe entspricht der Qualität der energetischen Massnahmen, die bei einer energetischen Sanierung an Dach, Fassade, Fenster, Estrichboden oder Kellerdecke vorgenommen werden.


Schwall und Sunk

Als Schwall und Sunk werden Abflussschwankungen bezeichnet, die durch den Betrieb eines Wasserkraftwerks erzeugt werden. Im Fokus stehen insbesondere Speicherkraftwerke, die ihren Betrieb nach dem Bedarf richten und bei niedriger Nachfrage Wasser zurückhalten um die Speicher zu füllen. Schwall bezeichnet hohe Wasserführung, Sunk niedrige Wasserführung. Schwall und Sunk ist ein zentraler Faktor, der negative Auswirkungen auf die Gewässerökologie haben kann.


Schweizer Treibhausgasinventar

Das Treibhausgasinventar ist die umfassende Emissionsstatistik des Bundes. Es richtet sich nach den Vorgaben der Klimakonvention der Vereinten Nationen. Das Inventar wird jährlich aktualisiert. Mit dieser Grundlage überprüft der Bund, ob die Ziele im Rahmen des Kyoto-Protokolls und des CO2-Gesetz erreicht werden.


Sharing Economy

Das Teilen von Gütern, von Ferienwohnungen über Heckenscheren bis zu Autos, war immer schon möglich, dank mobiler Kommunikation sind in den letzten Jahren aber viele neue Konzepte erstanden. Energiepolitisch relevant ist vor allem das Teilen von Autos (CarSharing), weil man pro Jahr weniger Kilometer fährt, wenn man das Auto teilt und nicht permanent zur Verfügung hat. Neben dem stationsgebundenen CarSharing kommen immer mehr Formen auf, bei denen die geteilten Fahrzeuge in einem bestimmten Perimeter auf beliebigen Parkplätzen abgestellt werden dürfen (free floating car sharing). Auch für das Teilen von Privatfahrzeugen sind neue Komplettangebote entstanden.


sia Effizienzpfad Energie

Der sia Effizienzpfad Energie bildet die Basis für eine effiziente Energienutzung im Gebäudebereich. Er dient als Grundlage der Umsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft. In die Berechnungsmethodik einbezogen werden neben der Energie, die für den Betrieb von Gebäuden notwendig ist, auch die durch die Nutzer induzierte Mobilität sowie die Graue Energie, die in den verwendeten Baustoffen steckt. Der sia Effizienzpfad Energie definiert Zielwerte für verschiedene Gebäude-Nutzungskategorien.


Siedlungsentwicklung nach innen

Die «Siedlungsentwicklung nach innen» ist eine Strategie der Raumplanung. Ihr Ziel ist es, den zukünftigen Flächenbedarf durch die Nutzung von innerörtlichen, bereits erschlossenen Flächen zu decken. Durch die «Innenentwicklung» kann die «Aussenentwicklung» auf der «grünen Wiese» vermieden oder vermindert werden. Es gibt verschiedene Formen der Innenentwicklung: bauliche Nachverdichtung im Bestand (Ergänzungsbauten, Aufstockungen, Anbauten), Ersatzneubauten mit höherer Dichte und Umnutzung und Umstrukturierung von Brachflächen (z.B. Industrieareale).


Smart Grid

Bezeichnung für das Elektrizitätsnetz der Zukunft, welches auf dem heutigen basiert, aber ergänzt wird um im Netz verteilte Energieerzeugungsanlagen und Energiespeicher. Damit die erneuerbare Energie, deren Produktion infolge des Wetters weniger gut vorhersagbar ist als bei konventionellen Kraftwerken, jederzeit abgenommen werden kann, werden im Smart Grid zuschaltbare Energieerzeuger, Speicher und kurzfristig abschaltbare Verbraucher eingesetzt.


Social Amplification of Risk

Eine umfassende Risikoanalyse berücksichtigt nicht nur die direkten Konsequenzen eines Schadenereignisses, sondern auch die in der Gesellschaft ausgelösten Effekte, welche die direkten Konsequenzen manchmal bei weitem übersteigen können.


Solarwärme

Nutzung von Sonnenenergie zur Erzeugung von Wärme. Am geläufigsten sind solarthermische Anlagen oder Sonnenkollektoren zur Erzeugung von Warmwasser in Ein- und Mehrfamilienhäusern.


Strategie des Fortschritts

1973 publizierte Ernst Basler sein Grundlagenwerk «Strategie des Fortschritts: Umweltbelastung, Lebensraumverknappung und Zukunftsforschung». Das Buch führt den Gedanken der Raumschiff-Ökonomie weiter und schlägt im Umfeld der Publikation der Grenzen des Wachstums eine Fortschrittsstrategie vor, die auf dem Gedanken der Nachhaltigkeit basiert.


Stromnetz

Das Stromnetz gilt als Rückgrat des Energiesystems. Es besteht aus Übertragungsleitungen und Schalt- sowie Umspannwerken. Unterschieden werden das Höchstspannungsnetz für die Übertragung über lange Distanzen, das Mittelspannungsnetz sowie das Niederspannungsnetz (400/230 Volt). Infolge der Energiewende und der zunehmenden Bedeutung erneuerbarer Energien muss das Stromnetz auf geänderte Einspeise- und Verteilaufgaben vorbereitet werden. Ende 2014 hat der Bundesrat seine Strategie Stromnetze in die Vernehmlassung gegeben.


Suffizienz

Suffizienz ist neben Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien der dritte Pfeiler eines nachhaltigen Energiesystems. Durch Massnahmen der Suffizienz sollen weniger Energie, Material und Fläche verbraucht und Ressourcen sparsamer genutzt werden. Diese Massnahmen erfordern oft Verhaltensänderungen.


Szenario

Ein Szenario ist ein in sich konsistenter Zukunftspfad. Die Annahmen zur künftigen Entwicklung in verschiedenen Bereichen wie Energiesystem, Mobilität und Gebäudepark sind aufeinander abgestimmt. Nahezu immer wird mit mehreren Szenarien gearbeitet, um die Auswirkungen unterschiedlicher Annahmen und Politikmassnahmen zu untersuchen. Normalerweise erfolgt keine Aussage, welches Szenario die höhere Eintretenswahrscheinlichkeit hat. Die Energieperspektiven arbeiten z.B. mit drei Szenarien.


T


Tank-to-wheel

Bei der Tank-to-Wheel (TTW)-Betrachtung werden alle Verluste bei der Umwandlung eines Treibstoffs in Bewegungsenergie eines Autos berücksichtigt. Dies schliesst die Umwandlungsverluste bei internen Energiespeichern (z.B. Batterien von Hybridfahrzeugen oder Brennstoffzellen) sowie den Wirkungsgrad des Motors mit ein.


Technologiefonds

Der Technologiefonds ist ein im CO2-Gesetz verankertes Instrument, um Technologien zur Verminderung von Treibhausgasen zu fördern. Der Technologiefonds fördert Unternehmen, die innovative Lösungen im Sinne der Klima- und Energiepolitik anbieten. Der Technologiefonds finanziert die Unternehmen nicht direkt, sondern vergibt Darlehensbürgschaften an Banken oder andere geeignete Darlehensgeberinnen.


Treibhausgase

Ein Teil der Sonnenstrahlung, die auf die Erde gelangt, heizt diese auf, ein Teil wird direkt wieder reflektiert. Die Erde strahlt zudem Wärme ab. Treibhausgase nehmen die reflektierte Sonnen- und Wärmestrahlung auf und reflektieren sie teilweise wieder zur Erde zurück. Dies führt zu einer zusätzlichen Erwärmung der Atmosphäre (Treibhauseffekt). Neben CO2 sind Methan, Lachgas und Fluorkohlenwasserstoffe die wichtigsten Treibhausgase. Menschliche Aktivitäten erhöhen die Konzentration dieser Treibhausgase in der Atmosphäre. Wichtigste Quellen sind die Verbrennung von Erdöl, Kohle und Gas und die Zerstörung von Wäldern sowie die Landwirtschaft. Auch Wasserdampf ist ein natürlich vorkommendes Treibhausgas, auf welches der Mensch aber keinen Einfluss hat.


U


Umweltverträglichkeitsprüfung

Mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wird geprüft, ob ein Bauvorhaben das Umweltrecht einhält. Die UVP wird innerhalb eines Bewilligungsverfahrens durchgeführt. Potenzielle Umweltauswirkungen einer geplanten Anlage sollen damit möglichst frühzeitig erkannt und vermieden oder begrenzt werden.


V


Verhaltensänderung

Unter Verhaltensänderung wird hier jegliche Änderung in der Nachfrage nach Energiedienstleistungen verstanden, welche zu einer Änderung (in der Regel einer Reduktion) des Energiebedarfs führt, ohne dass eine andere Technik eingesetzt würde. Siehe auch Suffizienz.


W


Wasserstoff

Wasserstoff (H2) gilt als Energieträger der Zukunft. H2 ist ein farb- und geruchloses Gas, das leicht brennbar ist. Zum Antrieb von Fahrzeugen kann Wasserstoff in einer Brennstoffzelle umgesetzt oder in einem Verbrennungsmotor verbrannt werden. Wasserstoff ist zwar das häufigste chemische Element im Universum, kommt jedoch auf der Erde natürlich nicht in elementarer Form vor. Es muss aus Verbindungen gewonnen werden, die Wasserstoff enthalten. Dies geschieht heute vor allem chemisch aus Erdgas. Das dabei entstehende CO2 könnte in Zukunft abgeschieden und eingelagert werden (Carbon-Capture-and-Sequestration).


Weiter-wie-bisher (WWB)

Szenario der Energieperspektiven des BFE. Es zeigt die Entwicklung von Energienachfrage und Energiebereitstellung, die eintreten würde, wenn nur die bis 2012 verabschiedeten Massnahmen umgesetzt werden.


Weizenkornlegende

Diese oder ähnliche Geschichten werden oft verwendet, um exponentielles Wachstum zu illustrieren. Ein indischer Herrscher gewährt einem Untertan einen Wunsch. Dieser wünscht nur Reis auf einem Schachbrett: Auf das erste Feld des Schachbretts möchte er ein Korn, auf das zweite Feld zwei Körner und auf jedes nachfolgende Feld die jeweils doppelte Menge. Die vermeintliche Bescheidenheit führt zu über 18 Trillionen Weizenkörnern auf dem letzten Feld. Dies ist rund das 1’500-fache der weltweiten Weizenernte.


Well-to-wheel

Bei einer Betrachtung «vom Bohrloch bis zum Rad» (Well-to-Wheel, WTW) werden alle Energieaufwendungen summiert, welche für die Fortbewegung eines Autos nötig sind. Dies schliesst die benötigte Energie für die Förderung, Aufbereitung, Distribution des Treibstoffs ebenso ein wie die Verluste innerhalb des Fahrzeugs. Die WTW-Betrachtung lässt sich in die beiden Teile Well-to-Tank (WTT) und Tank-to-Wheel (TTW) zerlegen.


Wohnkomfort

Eine wichtige Voraussetzung, um sich in Wohnungen oder Häusern wohl zu fühlen, ist der thermische Komfort. Dazu gehört eine angenehme Temperatur der Raumluft und von Boden und Wänden. Die Temperatur sollte wenig schwanken und es sollte möglichst kein Durchzug auftreten. Eine korrekt ausgeführte energetische Sanierung verbessert diese Faktoren und damit den Wohnkomfort.


Z


Zielvereinbarungen

Zielvereinbarungen sind ein Instrument des Energiegesetzes und des CO2-Gesetzes. Sie sollen die Energieeffizienz steigern und die Treibhausgasemissionen reduzieren. Sie werden von Unternehmen mit dem Bund abgeschlossen. Zugelassen sind stromintensive Unternehmen mit Elektrizitätskosten ab 5 Prozent ihrer Bruttowertschöpfung (für die Rückerstattung des Netzzuschlags) bzw. energieintensive Unternehmen mit Emissionen von mehr als 100 Tonnen CO2-Äquivalenten (für die Rückerstattung der CO2-Abgabe). Die Erreichung des festgelegten Zielpfades wird jährlich überprüft. Wird der Zielpfad eingehalten, werden die Unternehmen von der CO2-Abgabe und vom Netzzuschlag für die KEV befreit bzw. erhalten diese zurückerstattet.


Zukunftsforschung

Wissenschaft, die Fragen möglicher künftiger Entwicklungen systematisch und kritisch untersucht und die zu erwartenden wissenschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen analysiert.


Zweites Massnahmenpaket

In einer zweiten Etappe der Energiestrategie 2050 soll ab 2021 ein Lenkungssystem das bestehende Fördersystem (z.B. Förderbeiträge für energetische Gebäudesanierungen) ablösen. Diese Neuausrichtung der Energie- und Klimapolitik wird auch Klima- und Energielenkungssystem (KELS) genannt: Geplant sind höhere Abgaben auf Energie und Treibhausgase. Zu einem neuen Verfassungsartikel als Grundlage wurde vom Bundesrat im März 2015 die Vernehmlassung eröffnet Die Federführung liegt bei der EFV.